Modrava liegt versteckt im Böhmerwald, nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Der Ort wird von drei Bächen durchzogen, die sich hier zur Vydra vereinen. Rund um den Ort erheben sich dicht bewaldete Berge, darunter der höchste Gipfel, der Blatný vrch, der sich auf über 1300 Meter erhebt. Die Landschaft ist geprägt von dichten Wäldern und moorigen Gebieten, die dem Ort seinen Namen gaben.
Die Anfänge Modravas reichen bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück, als sich hier Fischer und Jäger ansiedelten. Der Ort entstand entlang des alten Handelswegs Goldener Steig und war zunächst nur eine lose Ansammlung von Hütten. Im 18. Jahrhundert gewann die Glasindustrie an Bedeutung, doch erst mit dem Aufkommen der Resonanzholzerzeugung durch Franz Bienert wurde Modrava überregional bekannt. Bienert baute hier eine Fabrik auf, die Holz für Musikinstrumente herstellte, und prägte so die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes.
Heute ist Modrava vor allem als Ausgangspunkt für Wanderungen in den Böhmerwald bekannt. Ein markantes Bauwerk ist die Klostermann-Baude, die 1924 nach Plänen von Bohuslav Fuchs errichtet wurde und das Ortsbild prägt. Der Ort zieht auch wohlhabende Bewohner an, darunter den Milliardär Zdeněk Bakala, der hier ein Haus als seinen tschechischen Erstwohnsitz nutzt. Die abgelegene Lage und die malerische Umgebung machen Modrava zu einem besonderen Ort im Böhmerwald.