Muri liegt im oberen Bünztal am Fuss des Lindenbergs im Südosten des Kantons Aargau. Die Gemeinde besteht aus mehreren Ortsteilen wie Wey, Langdorf, Egg und Hasli, die sich um das Kloster gruppieren. Der Sörikerbach und der Rüeribach durchziehen das Gebiet und vereinigen sich zur Bünz. Im Osten begrenzt der Hügelzug des Wagenrains das Tal, während das Gelände nach Birri hin abfällt. Die höchste Erhebung liegt bei 635 Metern, der tiefste Punkt bei 432 Metern.
Die ersten Spuren einer Besiedlung reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, doch die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 893. Damals nannten die Alamannen ihre Siedlung Murahe, was sich auf die römischen Mauerreste in der Gegend bezog. Im 11. Jahrhundert gründeten Graf Radbot von Habsburg und seine Frau Ita das Kloster Muri, das sich zu einem bedeutenden geistlichen und kulturellen Zentrum entwickelte. Das Kloster erwarb grossen Landbesitz und stieg sogar zum reichsten Kloster der Schweiz auf. Nach der Eroberung durch die Eidgenossen 1415 wurde es Teil der Gemeinen Herrschaft der Freien Ämter.
Das Kloster prägt bis heute das Bild Muris und gilt als sein Wahrzeichen. Die Klosterkirche vereint romanische, gotische und barocke Elemente und beherbergt eine Habsburger-Gruft mit den Herzen von Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita. Im Kreuzgang finden sich wertvolle Glasgemälde, und das Klostermuseum zeigt Kunstschätze sowie Werke des Alpenmalers Caspar Wolf. Nach der Klosteraufhebung im 19. Jahrhundert übernahm die Gemeinde neue Aufgaben, darunter die Bildung. Heute ist Muri nicht nur Sitz der Bezirksverwaltung, sondern auch ein Ort mit industrieller Vergangenheit und einer Kuranstalt, die einst Mineralwasser vertrieb.