Nemanice liegt im Oberpfälzer Wald, auch Böhmischer Wald genannt, an der Grenze zu Bayern. Eingebettet in einen Talkessel zwischen dem Haltrava-Gebirge und dem Berg Starý Herštejn, wird es vom Nemanický potok durchflossen, der hier die Böhmische Schwarzach bildet. Ein Grenzübergang verbindet den Ort mit dem bayerischen Waldmünchen, während ein Wanderweg in die umliegende Natur führt.
Erstmals taucht der Ort 1591 unter dem Namen Wassersuppen auf, doch schon um 1500 stand hier vermutlich ein Wartturm der Choden. Der Name verweist auf die kargen Böden, die den Bewohnern ein karges Leben bescherten. Im 17. und 19. Jahrhundert brachte die Glasindustrie vorübergehenden Wohlstand, später prägten jüdische Unternehmer wie die Familie Östreicher das Wirtschaftsleben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die deutschen Einwohner vertrieben, und der Ort lag jahrzehntelang im Sperrgebiet der Grenzwache.
Heute ist Nemanice vor allem für seine abwechslungsreiche Natur bekannt, die nach der Grenzöffnung wieder zugänglich wurde. Die renovierte Barockkirche St. Nepomuk und das ehemalige Dorfwirtshaus, das als „Bahnhof ohne Gleise“ gilt, sind Zeugen der Vergangenheit. Die Gemeinde lebt heute vom Tourismus und der Ansiedlung von Ferienhäusern, kämpft aber mit wirtschaftlicher Schwäche und sozialen Problemen.