Oberstdorf liegt im Oberstdorfer Becken im Illertal, eingebettet in die Allgäuer Alpen. Der Ort ist Deutschlands südlichste Gemeinde und erstreckt sich über eine Fläche von 230 Quadratkilometern. Mit 813 Metern Höhe über dem Meeresspiegel ist er ein hochgelegener Kurort. Die Hochfrottspitze, mit 2649 Metern der höchste Gipfel der Region, überragt das Tal. Südwestlich des Ortskerns befindet sich das Haldenwanger Eck, der südlichste Punkt Deutschlands.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Oberstdorf im Jahr 1141 durch die Weiheinschrift einer Kirche. Im Mittelalter prägten Adelsfamilien wie die Haimenhofer und das Hochstift Augsburg die Geschicke des Ortes. Im 15. Jahrhundert entstand in Tiefenbach ein Schwefelbad, das als Vorläufer des heutigen Kurbetriebs gilt. Nach einem verheerenden Brand im 19. Jahrhundert wurde der Ort wiederaufgebaut und entwickelte sich durch den Fremdenverkehr zu einem bedeutenden Kurort.
Heute ist Oberstdorf ein Zentrum für Wintersport und Bergsteiger. Die Skigebiete Nebelhorn, Söllereck und Fellhorn/Kanzelwand locken Besucher an. Die Schattenbergschanze und die Skiflugschanze zählen zu den bekanntesten Sprunganlagen. Im Sommer bieten die Breitachklamm und die umliegenden Hochtäler Wander- und Erholungsmöglichkeiten. Die barocke Pfarrkirche in Schöllang und die historische Kapelle in Reichenbach zeugen von der kulturellen Tradition des Ortes.