Sonthofen liegt am Nordrand der Allgäuer Alpen und erstreckt sich von etwa 750 bis 1689 Meter Höhe. Die Stadt wird von den Flüssen Iller und Ostrach durchflossen und grenzt im Süden an den Grünten. Als südlichste Stadt Deutschlands ist sie rund 60 Kilometer vom Bodensee und 150 Kilometer von München entfernt.
Die Anfänge der Siedlung reichen vermutlich bis zu einer alamannischen Ansiedlung am Fuße des Kalvarienberges zurück, wo einst eine Thingstätte vermutet wird. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 839 als „Nordhovun in Pago Albegauge“, doch schon bald entstand das Gegenstück „Sunthovun“. Aus der Verschmelzung beider Orte entwickelte sich im Mittelalter der Name Sonthofen, der 1145 erstmals schriftlich festgehalten wurde. Im 15. Jahrhundert erhielt die Stadt Marktrechte, die mit wichtigen Handelsprivilegien verbunden waren, darunter das Recht auf Blutgerichtsbarkeit. Bis ins 19. Jahrhundert war Sonthofen ein bedeutender Viehhandelsplatz, der Händler aus ganz Europa anzog.
Die Stadt beeindruckt mit historischen Bauwerken wie der katholischen Pfarrkirche St. Michael, deren Wurzeln bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen. Die barocke Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und später wiederaufgebaut. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Spitalkirche Heilig Kreuz und die Kapelle St. Leonhard im Gemeindeteil Berghofen. Sonthofen erhielt 2005 die Auszeichnung „Alpenstadt des Jahres“ und ist bis heute ein wichtiger Standort für militärische Einrichtungen, darunter die Generaloberst-Beck-Kaserne. Die Stadt verbindet alpine Landschaft mit einer bewegten Geschichte und lebendiger Kultur.