Oderwitz liegt im Südosten Sachsens, eingebettet im hügeligen Oberlausitzer Bergland nahe den Grenzen zu Tschechien und Polen. Der Ort erstreckt sich über neun Kilometer entlang des Landwassers, eines kleinen Flusses, der das Tal durchzieht. Die Landschaft ist geprägt von sanften Erhebungen wie dem Spitzberg, der mit über 500 Metern zu den höchsten Punkten der Gegend zählt. Drei Ortsteile – Oberoderwitz, Niederoderwitz und der früher eigenständige Mitteloderwitz – bilden heute die Gemeinde, die zu den größeren ihrer Art im Landkreis gehört.
Die Wurzeln des Ortes reichen bis in slawische Zeit zurück, als hier eine Siedlung namens Wudrijecz entstand. Urkundlich erstmals 1324 als Odrowitz erwähnt, blieb Oderwitz lange von Landwirtschaft und grundherrschaftlichen Strukturen geprägt. Im 19. Jahrhundert wandelte sich der Ort durch die Ansiedlung zahlreicher Webereien zu einem industriellen Zentrum. Besonders die Damastproduktion brachte ihm im 20. Jahrhundert wirtschaftlichen Aufschwung, doch nach der Wiedervereinigung verlor diese Branche an Bedeutung.
Heute ist Oderwitz vor allem als „Windmühlen- und Wetterdorf“ bekannt. Drei historische Bockwindmühlen und das Meteorologiezentrum „Wetterkabinett Zittauer Gebirge“ ziehen Besucher an. Ein weiteres Highlight ist die Sommerrodelbahn am Spitzberg, die den Ort als Ausflugsziel attraktiv macht. Die umgebende Landschaft mit ihren vulkanischen Gesteinsformationen und ausgedehnten Wäldern rundet das Bild ab.