Polička liegt im Osten Tschechiens, etwa 16 Kilometer westlich von Svitavy, auf einer Höhe von 555 Metern. Die Stadt zählt rund 9000 Einwohner und ist umgeben von einer hügeligen Landschaft, die für ihre fruchtbaren Böden bekannt ist.
Erstmals erwähnt wurde das Gebiet im 12. Jahrhundert, als es dem Kloster Leitomischl geschenkt wurde. König Přemysl Ottokar II. gründete 1265 die Königsstadt Polička als strategischen Stützpunkt. Die Besiedlung geht vermutlich auf Handwerker und Kaufleute aus Thüringen, Sachsen oder Schlesien zurück, doch die genaue Herkunft bleibt unklar. Im 15. Jahrhundert wurde die Stadt während der Hussitenkriege schwer zerstört, was das Ende der deutschsprachigen Bevölkerung einleitete. Später erlebte Polička mehrere Brände und Kriegswirren, darunter den Dreißigjährigen Krieg.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild der Stadt: Die fast vollständig erhaltene Ringmauer mit vier Stadttoren und sechs Meter dicken Basteien zählt zu den besterhaltenen Befestigungsanlagen Mitteleuropas. Auf dem Marktplatz steht die barocke Mariensäule, ein Dank für die überstandene Pest. Das Rathaus und die neugotische St.-Jakobs-Kirche sind weitere Sehenswürdigkeiten. Die Burg Svojanov in der Nähe war einst Wohnsitz der Königin Kunigunde. Berühmte Söhne der Stadt sind der Komponist Bohuslav Martinů und der Kanute Martin Doktor.