Prottes liegt im Norden Niederösterreichs, genauer im Marchfeld, einer flachen Landschaft, die sich zwischen 160 und 200 Meter über dem Meeresspiegel erstreckt. Die Gemeinde umfasst etwa 14 Quadratkilometer, wobei der Großteil der Fläche landwirtschaftlich genutzt wird. Nur ein kleiner Teil ist mit Weinbergen bedeckt, während Wälder und Gärten den Rest prägen. Geologisch gehört Prottes zum Wiener Becken, das durch Ablagerungen aus früheren Meeres- und Sezeiten entstanden ist und heute Erdölvorkommen birgt.
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1115 unter dem Namen Protlechin. Schon im 14. Jahrhundert wurde hier Wein angebaut, wie eine Urkunde von 1342 belegt. Im Mittelalter stand Prottes unter der Herrschaft der Herren von Matzen, bis es 1614 an die Familie Fünfkirchen überging. Später gelangte es durch Heirat an die Grafen Kinsky. Ein wichtiger Einschnitt war die Entdeckung eines großen Erdölfeldes in der Region, das ab den 1940er Jahren erschlossen wurde.
Besonders sehenswert ist die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, deren romanisches Langhaus aus dem 13. Jahrhundert stammt und später gotisch und barock erweitert wurde. Ein einzigartiges Zeugnis der lokalen Erdölgeschichte ist der Lehrpfad, der auf 4,5 Kilometern Originalgeräte der Förderung zeigt. Der Fußballverein SC OMV Prottes spielt auf regionaler Ebene, und ein Windpark mit zwölf Anlagen versorgt das Umland mit Energie. Die Gemeinde pflegt ein blau-rot geteiltes Wappen, das auf das mittelalterliche Marktrecht zurückgeht.