Pully liegt im Kanton Waadt, nur wenige Kilometer südöstlich von Lausanne, auf einer sonnigen Terrasse über dem Nordufer des Genfersees. Die Gemeinde erstreckt sich von den Uferhängen bis in die höheren Lagen des Jorat, wo Wälder und Weinberge das Bild prägen. Im Westen begrenzt ein Bachtal die Gemarkung, im Osten schneidet ein tiefes Flussbett die Hänge. Die höchste Erhebung erreicht über 800 Meter, während der Ort selbst auf etwa 426 Metern Höhe liegt. Mit seinen weitläufigen Siedlungen und begrünten Hängen zählt Pully zu den wohlhabenden Vororten der waadtländischen Kantonshauptstadt.
Erste Spuren einer Besiedlung reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, als hier Steinkistengräber angelegt wurden, die später namengebend für einen regionalen Grabtyp wurden. Aus römischer Zeit sind Reste einer Villa erhalten, die erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurden. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 962, doch der Name wechselte über die Jahrhunderte mehrfach. Im Mittelalter entwickelte sich Pully zu einem kleinen Winzerdorf, bis der Gemüseanbau im frühen 20. Jahrhundert die Reben verdrängte.
Heute ist Pully vor allem als Wohnort mit villenbesetzten Hängen und einem lebendigen Kulturleben bekannt. Das 1976 eröffnete Kulturzentrum L’Octogone mit seinem Theater prägt das städtische Leben, während ein Ortsmuseum und ein Museum für Gegenwartskunst kulturelle Impulse setzen. Die Nähe zum Genfersee bietet Erholungsmöglichkeiten, darunter einen Bootshafen und eine Uferpromenade. Durch seine verkehrsgünstige Lage an Hauptstraßen und Bahnlinien ist Pully gut an Lausanne angebunden, bleibt aber trotz des Wachstums ein Ort mit ländlichen Wurzeln.