Radeberg liegt im Südwesten des Landkreises Bautzen, eingebettet zwischen der Dresdner Heide im Westen und den westlichen Ausläufern des Lausitzer Berglandes im Norden und Osten. Die Stadt wird von der Großen Röder durchflossen, die hier die Schwarze Röder aufnimmt, und prägt mit ihrem Umland das als „Radeberger Land“ bekannte Gebiet. Die höchste Bevölkerungsdichte des Landkreises kennzeichnet die Stadt, die sich am Rande dieses flachwelligen, fast geschlossenen Waldgebiets ausdehnt.
Die erste gesicherte Erwähnung Radebergs stammt aus einer Urkunde des frühen 13. Jahrhunderts, in der ein Domherr namens Werner von Radebergk als Zeuge genannt wird. Im 15. Jahrhundert erhielt der Ort Stadtrechte und entwickelte sich zu einem Marktflecken mit eigenem Maßsystem. Silberfunde im 16. Jahrhundert führten kurzzeitig zu Bergbau, doch Kriege und Brände wie der große Stadtbrand von 1714 prägten die Entwicklung. Die Entdeckung von Heilquellen im Tannengrund und der Aufbau einer Salpetersiederei zeigten frühe industrielle Ansätze.
Heute ist Radeberg vor allem durch seine historische Glasindustrie und das Sachsenwerk bekannt, das später Fernsehgeräte und Rechner produzierte. Das Kulturhaus „Maxim Gorki“, einst eines der ersten seiner Art in der Sowjetischen Besatzungszone, war lange ein kultureller Mittelpunkt. Die Stadt verbindet ihre industrielle Vergangenheit mit der Nähe zur Dresdner Heide und den umliegenden Hügeln, die zum Wandern und Erholen einladen.