Rappottenstein liegt im Nordwesten Niederösterreichs, im Bezirk Zwettl, und gehört zum Waldviertler Hochland. Der Ort wird von ausgedehnten Wäldern und kleinstrukturierter Landwirtschaft geprägt und liegt an der Stelle, wo der Große Kamp und der Kleine Kamp zusammenfließen. Die Landschaft um den Hauptort ist von den Hügeln Hauserberg und Galgenberg eingerahmt.
Die Geschichte Rappottensteins beginnt mit den Kuenringern, die um 1150 eine Burg zur Sicherung ihres Besitzes errichteten. Aus dieser Zeit stammt auch die Pfarrkirche, die ursprünglich romanisch war und später um gotische und renaissancezeitliche Elemente erweitert wurde. Die Burg selbst widerstand mehreren Belagerungen, darunter durch aufständische Bauern und schwedische Truppen, und blieb stets unerobert. Nach den Kuenringern wechselten Burg und Herrschaft mehrmals den Besitzer, bis sie schließlich an die Grafen Abensperg und Traun übergingen. Der Ort erhielt bereits im 14. Jahrhundert das Marktrecht und war zeitweise protestantisch geprägt.
Heute ist Rappottenstein vor allem für seine gut erhaltene Burg bekannt, die als eine der wenigen nie zerstörten mittelalterlichen Wehranlagen gilt. Besonders sehenswert sind ihre romanischen, gotischen und renaissancezeitlichen Bauelemente, darunter ein doppelter Wehrerker an den Tortürmen. Ein weiteres Highlight ist das Dorfmuseum in Roiten, das von Friedensreich Hundertwasser entworfen wurde und traditionelles Handwerk sowie regionale Geschichte zeigt. Die katholische Pfarrkirche der Heiligen Peter und Paul und die Brettersäge in Kirchbach, ein wasserbetriebenes Sägewerk, runden das kulturelle Angebot ab.