Rolle liegt im Kanton Waadt am Nordwestufer des Genfersees, etwa elf Kilometer nordöstlich von Nyon. Das Städtchen breitet sich auf einem flachen Uferrandstreifen aus, am Fuß der Waadtländer Côte, einer Hügellandschaft. Die höchste Erhebung erreicht 442 Meter über Meer, während der Ort selbst auf 376 Metern liegt. Rolle grenzt an mehrere Nachbargemeinden wie Bursinel, Gilly und Perroy und umfasst neben der Altstadt auch Villenquartiere und Weingüter.
Die erste Erwähnung von Rolle stammt aus dem Jahr 1294, als der Ort als Castrum Rotuli bezeichnet wurde. Seine Gründung als Stadt erfolgte 1318 unter Ludwig II. von Savoyen, der neben einem bestehenden Schloss eine neue Siedlung errichten ließ. Rolle war lange ein savoyardischer Vorposten, bis es 1536 unter Berner Herrschaft geriet und zur Kastlanei in der Vogtei Morges wurde. Nach dem Ende des Ancien Régime gehörte es zeitweise zum Kanton Léman, bevor es 1803 im Kanton Waadt aufging.
Rolle besticht durch sein mittelalterliches Stadtbild mit der reformierten Pfarrkirche Saint-Grat, deren Glockenturm noch aus dem Mittelalter stammt. Das Schloss der Grafen von Savoyen, heute Sitz der Gemeindeverwaltung, prägt das Seeufer. Im historischen Kern sind Bürgerhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erhalten, darunter das Maison d’Allinges mit zinnenbekröntem Eingang. Die künstliche Insel Île de la Harpe mit einem Denkmal für Frédéric-César de la Harpe und das klassizistische Seepavillon Petite Fleur d’Eau zählen zu den markanten Sehenswürdigkeiten. Persönlichkeiten wie der Maler Ernest Biéler oder der Filmregisseur Jean-Luc Godard haben in Rolle gelebt oder wurden hier geboren.