Rothenfels liegt im Nordwesten Bayerns, eingebettet zwischen dem Main und einem steilen Hang. Der Ort besteht im Wesentlichen aus einer Hauptstraße, die sich zwischen dem Fluss und dem Felsengewirr hindurchschlängelt. Die Burg thront auf einem Felssporn über der Stadt, während der Gemeindeteil Bergrothenfels oberhalb davon anschließt. Die Höhenunterschiede sind beträchtlich: Der höchste Punkt der Gemarkung erreicht über fünfhundert Meter, der tiefste liegt am Mainufer.
Die Wurzeln der Stadt reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als sich unter dem Schutz der Burg eine Siedlung bildete. Urkundlich erstmals als Stadt erwähnt wurde Rothenfels im Jahr 1342 durch den Mainzer Fürstbischof. Die Burg wechselte mehrfach die Besitzer, darunter Grafen von Rieneck und später das Fürsthaus Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Nach der Säkularisation kam der Ort an Bayern und wurde Teil verschiedener Verwaltungsbezirke, bis er schließlich im Landkreis Main-Spessart aufging.
Bekannt ist Rothenfels vor allem durch seine mittelalterliche Burg, die heute als christliches Bildungs- und Tagungshaus dient und eine Jugendherberge beherbergt. Das Rathaus aus dem späten 16. Jahrhundert und einige Fachwerkhäuser mit Heiligenstatuen prägen das Ortsbild. Die Burg ist eng mit der katholischen Jugendbewegung „Quickborn“ verbunden. In der Umgebung finden sich Spuren mittelalterlicher Leprafürsorge, etwa das als „alter Siechhobel“ bezeichnete Leprosorium.