Rouen liegt im Norden Frankreichs an der Seine, etwa 80 Kilometer von der Küste entfernt. Die Stadt ist von sanften Hügeln umgeben und wird von mehreren kleinen Flüssen durchzogen, die in die Seine münden. Nachbarorte sind unter anderem Mont-Saint-Aignan im Norden und Le Petit-Quevilly im Südwesten. Als Präfektursitz des Départements Seine-Maritime ist Rouen das politische Zentrum der Region Normandie.
Die Geschichte Rouens reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, doch ihre Blütezeit begann in der gallo-römischen Epoche. Damals trug sie den Namen Rotomagus und war ein wichtiger Handelsplatz der Veliocasses. Im Mittelalter wurde Rouen zur Hauptstadt der Normandie, nachdem der Wikinger Rollo sie 911 als Lehen erhalten hatte. Die Stadt erlebte wechselnde Herrschaften, darunter die Engländer während des Hundertjährigen Krieges, und war Schauplatz dramatischer Ereignisse wie der Verbrennung Jeanne d’Arcs.
Rouen ist bekannt für seine gotische Kathedrale, die zu den höchsten Europas zählt, und für das historische Fachwerkviertel. Die Stadt war einst ein Zentrum des Protestantismus und prägte mit ihrer literarischen Bruderschaft „Puy“ die Kulturlandschaft. Heute verbindet Rouen seine reiche Geschichte mit moderner Architektur, etwa beim Wiederaufbau nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs.