Saint-Émilion liegt in einer sanft ansteigenden Talkessellandschaft über dem Unterlauf der Dordogne, etwa 65 Meter über dem Meer. Die Stadt befindet sich im Département Gironde und ist umgeben von Weinbergen, die zum berühmten Anbaugebiet Saint-Émilion (AOC) gehören. Bordeaux liegt etwa 40 Kilometer westlich, während Libourne nur wenige Kilometer nordwestlich entfernt ist.
Die Geschichte des Ortes reicht bis in die Vorzeit zurück, doch seine heutige Bedeutung begann mit dem Einsiedler Aemilianus, der sich im 8. Jahrhundert unter einem Felsüberhang niederließ. Nach seinem Tod entwickelte sich um sein Grab eine klösterliche Gemeinschaft, die jedoch durch Normannenüberfälle im 9. Jahrhundert zerstört wurde. Später prägten Benediktiner- und Augustinermönche den Ort, der an einer Nebenroute des Jakobswegs lag. Während des Hundertjährigen Krieges blieb Saint-Émilion verschont, doch die Hugenottenkriege richteten schwere Schäden an.
Heute ist Saint-Émilion vor allem für sein mittelalterliches Erbe und seine Weinberge bekannt. Die Felsenkirche, in den Kalkstein gemeißelt, und der gotische Glockenturm sind markante Bauwerke. Auch die Kollegiatkirche, die Kapelle des Chorherrenkapitels und die Überreste der Stadtmauern zeugen von der reichen Geschichte. Die Stadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und zieht mit ihrem Weinbau und den historischen Sehenswürdigkeiten Besucher an.