Seengen liegt im Schweizer Kanton Aargau, am Nordende des Hallwilersees im Seetal. Das Dorfzentrum befindet sich etwa einen Kilometer vom See entfernt auf rund 450 Metern Höhe. Im Westen erstreckt sich ein Teil der Ebene entlang des Aabachs, während im Nordwesten hügelige, teilweise bewaldete Landschaften mit Feuchtgebieten und einem Naturwaldreservat liegen. Der Eichberg, ein 712 Meter hoher Hügelzug, bildet die natürliche Grenze zum Bünztal. Nachbarorte sind unter anderem Egliswil, Villmergen und Meisterschwanden.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der Jungsteinzeit, doch bekannt wurde Seengen durch eine bronzezeitliche Pfahlbausiedlung im Moorreservat Riesi, die heute zum UNESCO-Welterbe gehört. Später gab es hier römische Gutshöfe, deren Überreste auf eine Besiedlung im 1. bis 3. Jahrhundert hinweisen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 893 unter dem Namen Seynga. Im Mittelalter prägten die Hallwyler mit dem Bau des Schlosses Hallwyl die Gegend. Nach der Eroberung durch die Eidgenossen gehörte Seengen zum Berner Aargau und wurde später Teil des Kantons Aargau.
Seengen ist vor allem für seine beiden Schlösser bekannt: das mittelalterliche Schloss Hallwyl, eine bedeutende Wasserburg, und das Schloss Brestenberg, das im 19. Jahrhundert als Kuranstalt diente. Die spätklassizistische Kirche von 1820/21 und das spätgotische Treppengiebelhaus aus dem 15. Jahrhundert zeugen von der historischen Bedeutung des Ortes. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Alte Schmitte, ein ehemaliges Schmiedehaus, das heute als Museum dient. Die umliegenden Feuchtgebiete und Wälder sind als Naturschutzgebiete von nationaler Bedeutung ausgewiesen.