Seon liegt im Schweizer Kanton Aargau, etwa vier Kilometer südlich von Lenzburg im Seetal. Die Landschaft ist geprägt von Molassehügeln und Schotterflächen, die während der Eiszeit durch den Rückzug des Reussgletschers entstanden. Der Ort wird vom Aabach durchflossen, dessen Gewässerraum als Teil des Auenschutzparks renaturiert werden soll. Im Westen trennt ein bewaldeter Höhenzug das Seetal vom Wynental. Der höchste Punkt des Gemeindegebiets ist der Bampf mit 607 Metern, der tiefste liegt am Aabach auf 415 Metern.
Frühe Spuren wie ein Grabhügel aus der Hallstattzeit und ein römischer Bauernhof belegen eine Besiedlung bereits in vorchristlicher Zeit. Der Ortsname Sewa taucht erstmals 893 in einem Zürcher Zinsrodel auf und verweist auf Uferstellen am See. Im Mittelalter gehörte Seon zu den Grafen von Lenzburg und später zu den Habsburgern, bis es 1415 unter Berner Herrschaft geriet. Die Reformation wurde 1528 eingeführt, und im 18. Jahrhundert prägte Heimarbeit für Textilverleger das Dorf. Nach der bernischen Zeit entwickelte sich Seon zu einem industriell geprägten Ort, der vom Aabach und dessen Wasserkraft profitierte.
Besonders sehenswert ist die Pfarrkirche, die 1708 umgebaut und später mehrfach erweitert wurde. Am Aabach finden sich historische Industrieanlagen wie eine Spinnerei aus dem Jahr 1823 und eine Baumwollweberei von 1834. Ein Lehrpfad dokumentiert die industrielle Vergangenheit entlang des Flusses. Das Gemeindewappen zeigt drei rote Sturmhüte, ein Zeichen der ehemaligen Herren von Seon. Die Bevölkerung ist heute vielfältig, mit einem hohen Anteil an Menschen mit türkischen Wurzeln, die durch die Ansiedlung von Textilarbeitern in den 1960er-Jahren geprägt wurde.