Sevilla liegt im Südwesten Spaniens, eingebettet in eine weite, fruchtbare Ebene am Fluss Guadalquivir, nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Der Fluss prägt das Stadtbild: Sein altes Bett durchzieht heute noch das Zentrum, während ein neues, gerades Flussbett im Westen Schutz vor Überschwemmungen bietet. Auf der östlichen Seite des Flusses erstreckt sich das historische Stadtzentrum, während die ehemalige Vorstadt Triana, heute eingemeindet, auf der anderen Seite liegt. Die umliegenden Gemeinden wie Santiponce im Norden oder Dos Hermanas im Süden zeigen die enge Verbindung zur Region.
Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis in die Antike reicht. Gegründet vielleicht von den Phöniziern, wurde sie unter dem Namen Hispalis zu einem wichtigen Handelszentrum der Römer. Später prägten die Westgoten und vor allem die Mauren die Stadt, die sie in Išbīliya umbenannten und zu einer blühenden Metropole machten. Nach der Reconquista durch Ferdinand III. wurde Sevilla zum Ausgangspunkt des spanischen Handels mit der Neuen Welt. Der Hafen und die Casa de Contratación spielten dabei eine zentrale Rolle, bis das Monopol an Cádiz überging. Im 20. Jahrhundert erlebte die Stadt mit der Iberoamerikanischen Ausstellung und der Expo 92 bedeutende Modernisierungen.
Sevilla besticht durch seine historische Altstadt mit engen Gassen und malerischen Vierteln wie Santa Cruz. Die Giralda, das Minarett der ehemaligen Moschee, und der Torre del Oro zeugen von der maurischen Vergangenheit. Der Alcázar-Palast und die Plaza de España mit ihren prächtigen Gebäuden im Neomudéjarstil sind weitere Highlights. Die Stadt ist auch für ihre lebendige Kultur bekannt, darunter Feste wie die Semana Santa und die Feria de Abril. Das Stadtemblem NO 8 DO, ein Wortspiel mit Alfons X., symbolisiert die Treue der Stadt und ist allgegenwärtig.