Slavonice liegt im Südwesten Mährens, nahe der Grenze zu Österreich, wo der Slavonický potok durch die Landschaft fließt. Die Stadt befindet sich in etwa 512 Metern Höhe und erstreckt sich über ein größeres Gebiet von 4572 Hektar. Südlich verbindet eine Straße den Ort mit dem österreichischen Waldkirchen an der Thaya.
Die Stadt wurde vermutlich im 12. Jahrhundert gegründet, erstmals schriftlich erwähnt wurde sie um 1260. Ursprünglich ein Marktdorf unter der Herrschaft der Herren von Neuhaus, entwickelte sie sich zu einer befestigten Stadt. Im 13. Jahrhundert entstand ein unterirdisches Entwässerungssystem, das auch der Verteidigung diente. Im 14. Jahrhundert erhielt Slavonice Stadtrechte und prägende Gebäude entstanden rund um den Marktplatz. Die Stadt war über Jahrhunderte mehrheitlich deutschsprachig, mit einer bedeutenden jüdischen Gemeinde. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel sie an die Tschechoslowakei, doch die deutschsprachige Bevölkerung wurde nach 1945 vertrieben.
Slavonice besticht durch sein historisches Zentrum, das als städtisches Denkmalreservat geschützt ist. Dazu gehören die Kirche der Himmelfahrt der Jungfrau Maria, barocke Fassaden und einzigartige Diamantgewölbe in Bürgerhäusern. Ein weitverzweigtes unterirdisches Kellersystem und eine ehemalige Synagoge zeugen von der bewegten Vergangenheit. Heute zieht der Ort Künstler und Kreative an, die in Manufakturen und Galerien ihr Schaffen präsentieren. Die umliegenden Ortsteile wie Maříž und Kadolec ergänzen das Bild einer lebendigen, von Handwerk und Kultur geprägten Region.