Steckborn liegt am Südufer des Untersees im Kanton Thurgau, wo es sich am Hang des Seerückens und auf den Deltas zweier Tobelbäche ausbreitet. Gegenüber auf der anderen Seeseite befindet sich die deutsche Gemeinde Gaienhofen. Die Altstadt, das ehemalige Kloster Feldbach, die Siedlungen Weier, Riet und Wolfskehlen sowie das Schloss Glarisegg gehören zum Gemeindegebiet, das sich auch auf die am Hang entstandenen Wohnquartiere erstreckt.
Erste Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, als hier Pfahlbausiedlungen entstanden. Später hinterließen Römer und Alemannen ihre Spuren, bevor das Kloster Reichenau im Mittelalter eine zentrale Rolle spielte. 1313 erhielt Steckborn von König Heinrich VII. das Stadt- und Marktrecht, doch blieb es lange zwischen klösterlicher und städtischer Herrschaft zerrissen. Die Reformation prägte das 16. Jahrhundert, während die frühe Neuzeit von Handwerkstraditionen wie Zinnguss und Hafnerei bestimmt war.
Heute ist Steckborn vor allem für seine paritätische Stadtkirche bekannt, die 1766 von Franz Anton Bagnato erbaut wurde. Das Heimatmuseum im Turmhof bewahrt archäologische Funde aus der Region. Ein modernes Wahrzeichen ist der mit Solarzellen verkleidete Kirchturm der St. Jakobus-Kirche, der seit 1993 als Solarturm weithin sichtbar ist. Die malerische Lage am See und die historische Bausubstanz machen den Ort zu einem Anziehungspunkt am Untersee.