Stuhr liegt im Norden Niedersachsens, südwestlich von Bremen, und grenzt direkt an die Stadt. Die Landschaft ist von der Geest geprägt, einer eiszeitlichen Formation mit sanften Erhebungen. Nachbarorte sind Delmenhorst im Nordwesten, Harpstedt im Südwesten sowie Bassum, Syke und Weyhe im Süden und Südosten. Die Gemeinde ist das wirtschaftliche Zentrum des Landkreises Diepholz und ein bedeutendes Mittelzentrum in der Region.
Die Wurzeln Stuhrs reichen bis ins Mittelalter zurück. Erste urkundliche Erwähnungen stammen aus dem 11. Jahrhundert, etwa für Brinkum, das damals als Kirchdorf Brinscimibroch bekannt war. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Herrschaft mehrfach: Das Gebiet gehörte zu Oldenburg, Bremen und Hoya, bevor es 1815 endgültig oldenburgisch wurde. Die heutige Gemeinde entstand erst 1974 durch die Zusammenlegung mehrerer selbstständiger Dörfer, darunter Brinkum, Fahrenhorst und Heiligenrode.
Prägend für Stuhr sind historische Bauwerke wie die Pankratiuskirche in Alt-Stuhr, deren Backsteinmauerwerk nach Jahrhunderten der Übermalung wieder freigelegt wurde. Ein modernes Wahrzeichen ist das Rathaus aus den 1980er Jahren, das auch kulturelle Veranstaltungen beherbergt. Die Ortsteile wie Varrel oder Moordeich zeigen unterschiedliche Prägungen: Varrel entwickelte sich zu einem beliebten Wohnort mit guter Anbindung an Bremen und Delmenhorst, während Moordeich durch Gewerbeansiedlungen und die traditionsreiche Haferflockenproduktion bekannt ist. Die Landschaft bietet mit dem Park links der Weser und dem Klosterbach in Heiligenrode idyllische Rückzugsorte.