Surpierre liegt als Exklave des Kantons Freiburg im nordwestlichen Mittelland, rund 150 Meter über dem Broyetal. Der Ort breitet sich auf einer Geländeterrasse beiderseits des Flon aus, eines kleinen Baches, der sich tief in die Molasseschichten eingeschnitten hat. Die Gemeindefläche umfasst neben dem Hauptdorf auch Teile des Waldgebiets Bois des Meules und reicht im Westen bis zum Grand Bois, dessen Höhe von 703 Metern den höchsten Punkt markiert. Nachbarorte sind im Kanton Freiburg Prévondavaux, im Kanton Waadt Valbroye, Henniez und Lucens.
Erstmals erwähnt wurde Surpierre 1142 unter dem Namen Suprapetra, was auf seine Lage über dem steilen Abfall zum Broyetal hinweist. Im 12. Jahrhundert entstand hier eine Burg, die später von den Herren von Cossonay ausgebaut wurde. Das heutige Schloss geht auf diese Zeit zurück, wurde aber nach einem Brand 1544 neu gestaltet. Im 15. Jahrhundert zerstörten die Eidgenossen Burg und einstiges Städtchen, das nie wieder aufgebaut wurde. Unter Berner und später Freiburger Herrschaft entwickelte sich Surpierre zu einer Vogtei, bevor es nach der Helvetik Teil des Bezirks Broye wurde.
Das markante Schloss von Surpierre thront auf einem Felsvorsprung und ist durch einen Burggraben vom Plateau getrennt. Sein ältester Teil stammt aus dem 13. Jahrhundert, während die Pfarrkirche aus dem 16. Jahrhundert stammt. Im Ort sind noch Bauernhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erhalten. Bekannt wurde Surpierre auch durch den Schriftsteller Paul Thierrin, der hier lebte.