Tachov liegt in Westböhmen, eingebettet in die Tachauer Furche am Fluss Mže. Die Stadt breitet sich am Abhang des Kohlberges aus, etwa 55 Kilometer westlich von Pilsen. Mit ihren Ortsteilen wie Bíletín, Mýto oder Světce bildet sie ein lebendiges Gefüge.
Erste Spuren einer Siedlung reichen bis ins frühe 12. Jahrhundert zurück, doch schon lange zuvor gab es hier vermutlich eine kleine Burg. König Soběslav I. wandelte sie um 1130 in eine Königsburg um, bevor Přemysl Ottokar II. sie erweiterte und eine Stadt gründete. Tachov erlebte Blütezeiten, etwa unter Karl IV., doch Kriege und Brände prägten seine Geschichte. Besonders die Hussiten hinterließen ihre Spuren, als sie 1427 ein Kreuzfahrerheer besiegten und die Stadt zeitweise beherrschten. Später wurde Tachov immer wieder verpfändet oder verkauft, bis es schließlich in den Besitz der Reichsgrafen Losy von Losinthal überging.
Heute besticht Tachov durch seine historische Architektur, darunter die spätgotische Kirche Mariä-Himmelfahrt und das umgebaute Franziskanerkloster. Die barocke Mühle aus dem 17. Jahrhundert zählt zu den rekonstruierten Denkmälern. Die Familie Windisch-Graetz prägte die Stadt über Generationen, bis sie 1781 in ihren Besitz gelangte. Mit seiner bewegten Vergangenheit und den erhaltenen Bauwerken ist Tachov ein Ort, der Geschichte lebendig werden lässt.