Traunstein liegt im oberbayerischen Voralpenland, etwa zehn Kilometer östlich des Chiemsees und 15 Kilometer nördlich der Chiemgauer Alpen. Auf einer Höhe von fast 600 Metern wird die Stadt vom Fluss Traun durchzogen, der hier die historische Salzstraße begleitete. Im Südosten erhebt sich der Hausberg Hochberg, während im Süden das Pfarrdorf Haslach und im Westen das Dorf Wolkersdorf an die Stadt grenzen. Beide wurden erst in den 1970er Jahren eingemeindet.
Die erste schriftliche Erwähnung Traunsteins stammt aus dem Jahr 1245, doch schon im 10. Jahrhundert gab es in der Umgebung Wehranlagen wie die Burg Traunstein. Die Wittelsbacher nutzten die günstige Lage an der Salzstraße von Reichenhall nach München und machten den Ort zu einem wichtigen Handels- und Kontrollpunkt an der Grenze zu Salzburg. Nach der Verstaatlichung der Salzproduktion verlor Traunstein zwar seine wirtschaftliche Vormachtstellung, blieb aber als Markt- und Handwerkerzentrum bedeutend. Im 17. Jahrhundert wurde eine Soleleitung nach Traunstein gebaut, die die Salzherstellung neu belebte.
Heute prägen historische Bauwerke und gründerzeitliche Villen das Stadtbild. Die Ehrensberger-Villa mit ihrem Observatorium ist ein Beispiel für den Wohlstand, den wohlhabende Pensionäre im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert nach Traunstein brachten. Die Saline in der Au, einst das wirtschaftliche Herz der Stadt, wurde 1912 stillgelegt. Dennoch bleibt Traunstein als Hochschulstadt und Oberzentrum des Chiemgaus ein wichtiger Standort in der Region.