Trossingen liegt auf der Baar in Baden-Württemberg, einer Hochebene zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Die Stadt erstreckt sich zwischen 660 und 760 Metern Höhe und wird vom Trosselbach durchflossen, der in die Prim mündet. Nur wenige Kilometer westlich fließt der Neckar vorbei, während die Donau etwa 20 Kilometer südlich liegt. Markante Berge wie der Hohenlupfen und der Hohenkarpfen prägen die Umgebung, und etwa 15 Kilometer entfernt beginnt der Schwarzwald. Trossingen bildet mit Durchhausen, Gunningen und Talheim eine Verwaltungsgemeinschaft und ist für mehrere Nachbargemeinden wie Tuningen und Deißlingen ein zentraler Ort.
Erste Spuren einer Besiedlung reichen bis in die Römerzeit zurück, doch als alamannisches Dorf wurde Trossingen erstmals 797 urkundlich erwähnt. Im Mittelalter wechselte die Herrschaft mehrfach, bis die Stadt 1444 zu Württemberg kam. Nach der Reformation blieb Trossingen über Jahrhunderte evangelisch geprägt, doch Kriege und Durchzüge im Dreißigjährigen Krieg sowie im Pfälzischen und Spanischen Erbfolgekrieg hinterließen tiefe Spuren. Erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich neben der Landwirtschaft auch das Handwerk, etwa durch Töpfer, Schuhmacher und Schneider.
Trossingen verdankt seinen Ruf als Musikstadt vor allem der Harmonika-Industrie, die im 19. Jahrhundert durch Christian Messner und später Matthias Hohner weltweite Bekanntheit erlangte. Die Stadt beherbergt heute eine Musikhochschule und zahlreiche musikalische Einrichtungen. Ein Wahrzeichen ist die Martin-Luther-Kirche, die 1743 bis 1746 erbaut wurde. Die Umgebung bietet mit Schutzgebieten wie dem Trosselbachtal und dem FFH-Gebiet Baar, Eschach und Südostschwarzwald auch Naturinteressierten viel.