Vézelay liegt auf einem Hügel im Nordwesten des Morvan, umgeben vom Fluss Cure. Der Ort erhebt sich zwischen 180 und 250 Metern über dem Meer und gehört zum Regionalen Naturpark Morvan. Etwa sechzehn Kilometer östlich befindet sich Avallon, während die Départementshauptstadt Auxerre rund fünfzig Kilometer entfernt im Nordwesten liegt. Das Klima ist mild bis warm mit gleichmäßig über das Jahr verteilten Niederschlägen.
Die Geschichte des Ortes reicht bis ins Jahr 858 oder 859 zurück, als eine Benediktinerabtei gegründet wurde. Zunächst als Nonnenkloster entstanden, entwickelte es sich unter dem Einfluss von Graf Landry von Nevers und später Cluny zu einem bedeutenden religiösen Zentrum. Vézelay wurde vor allem durch die Verehrung der Heiligen Maria Magdalena bekannt, deren Reliquien hier angeblich seit dem späten 9. Jahrhundert aufbewahrt wurden. Im Mittelalter war der Ort ein wichtiger Wallfahrtsort und Ausgangspunkt des Jakobswegs, zudem Schauplatz politischer und religiöser Ereignisse wie Kreuzzugsaufrufen oder Begegnungen zwischen Königen.
Heute ist Vézelay vor allem für seine romanische Basilika Sainte-Marie-Madeleine bekannt, die im 12. Jahrhundert erbaut und 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Ein weiteres Wahrzeichen ist das spätmittelalterliche Stadttor Porte Neuve, das als Filmkulisse diente. Die Kapelle la Cordelle erinnert an Bernhard von Clairvaux und seine Kreuzzugspredigt. Der Ort zieht weiterhin Pilger und Besucher an und wurde als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichnet.