Vouvry liegt im französischsprachigen Teil des Kantons Wallis und gehört zum Bezirk Monthey. Die Gemeinde erstreckt sich über die Rhoneebene im Osten und ein vom Bach Le Fossau durchflossenes Seitental im Westen, das von steilen Gebirgszügen umgeben ist. Im Westen grenzt das Gebiet an Frankreich, wo sich der Col de Verne auf 1814 Metern Höhe befindet. In der Rhoneebene liegt neben dem Hauptort der Weiler Barges, während im Westen die Siedlungen Vésenand und Miex auf erhöhten Terrassen mit Blick ins Tal liegen. Eingebettet zwischen Felshängen und Wäldern befindet sich der Lac de Tanay, der für seine einzigartige Flora und Fauna bekannt ist und seit den 1960er Jahren unter Naturschutz steht.
Die Geschichte Vouvrys reicht weit zurück: Bei Tanay wurden Siedlungsspuren entdeckt, die etwa 35.000 Jahre alt sind. Im Jahr 1018 kam die Pfarrei in den Besitz der Abtei Saint-Maurice, und ab 1536 gehörte das Gebiet zur Wallis Landvogtei Monthey. Erst 1798 schlossen sich Vouvry, Tanay und Miex zu einer gemeinsamen Gemeinde zusammen. Ein wichtiger historischer Ort ist die Porte du Scex, eine Engstelle zwischen Berg und Rhone, die seit dem Hochmittelalter als Verkehrsknotenpunkt diente. Hier stand einst eine Burg, die Zollgebühren erhob, und später eine Holzbrücke, die 1903 durch eine Eisenkonstruktion ersetzt wurde. Im 20. Jahrhundert prägten industrielle Entwicklungen wie das Wärmekraftwerk Chavalon, das einzige Ölheizkraftwerk der Schweiz, das Bild der Region.
Heute ist Vouvry vor allem für seine landschaftliche Schönheit und seine historischen Bauwerke bekannt. Der Canal Stockalper, eine bedeutende Wasserstraße aus dem 17. Jahrhundert, zählt zu den Sehenswürdigkeiten. Wirtschaftlich spielt die Firma Automation Industrielle SA eine wichtige Rolle, die Werkzeugmaschinen für die Kunststoffverarbeitung herstellt. Die Gemeinde pflegt eine Partnerschaft mit Bodnegg in Deutschland und bewahrt ihr kulturelles Erbe durch lokale Literatur und Schutzmaßnahmen für Naturdenkmäler wie den Lac de Tanay.