Aigle liegt im Kanton Waadt, am Ostrand des unteren Rhonetals auf einem Schwemmkegel der Grande Eau, nur wenige Kilometer von den Waadtländer Voralpen entfernt. Der Ort erstreckt sich auf 415 Metern Höhe und wird im Westen von der kanalisierten Rhone begrenzt, während sich im Osten die Voralpen erheben. Die Gemeinde umfasst ein Gebiet von rund 16 Quadratkilometern, das sich vom flachen Talboden bis in die tief eingeschnittenen Täler der Grande Eau erstreckt. Nachbarorte sind unter anderem Leysin, Yvorne und Ollon im Waadtland sowie Vouvry im Wallis.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der späten Bronzezeit, doch die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens findet sich im 12. Jahrhundert. Damals gehörte Aigle zur Herrschaft Savoyen, deren Grafen dem Ort 1231 Stadtrechte verliehen. Im Mittelalter prägten eine Burg, ein Priorat und die Familie d’Aigle das Bild. Wirtschaftlich lebte der Ort lange von der Landwirtschaft, bis im 18. Jahrhundert Salzquellen und später die Holzverarbeitung für Aufschwung sorgten.
Heute ist Aigle vor allem als Sitz des Weltradsportverbands UCI und für seine historische Burg bekannt. Die Burg aus dem 13. Jahrhundert thront über der Stadt und beherbergt ein Weinbaumuseum. Daneben prägen Industriezonen, Weinberge an den Hängen und ein gut ausgebautes Verkehrsnetz mit Bahnlinien in die umliegenden Täler das Stadtbild. Regionale Einrichtungen wie ein Bezirksgericht und ein Regionalspital unterstreichen die Bedeutung Aigles als regionales Zentrum.