Wanfried liegt im Osten Hessens, direkt an der Grenze zu Thüringen, wo die Werra durch ein breites Tal fließt. Eingebettet zwischen dem Schlierbachswald im Westen und dem thüringischen Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal im Osten, ist die Stadt die östlichste Hessens. Nur wenige Kilometer entfernt liegen größere Städte wie Eschwege im Westen, Mühlhausen im Osten und Eisenach im Südosten.
Die Geschichte Wanfrieds reicht bis in die Zeit des Bonifatius zurück, der hier bereits eine Siedlung vorfand und Kirchen gründete. Urkundlich erwähnt wurde der Ort schon früh unter Namen wie „In wanen In Riden“ und „Uuanenreodum“. Im Mittelalter wechselte Wanfried mehrfach den Besitzer zwischen hessischen und thüringischen Landgrafen, bis es schließlich 1306 dauerhaft an Hessen fiel. Die Stadt erlebte ihre Blütezeit als Handelszentrum, besonders durch die Werraschifffahrt, die Waren aus Küstenstädten bis ins Binnenland brachte.
Heute prägen historische Fachwerkhäuser das Bild der Altstadt, die als Ensemble erhalten blieben. Einst prächtige Handelshäuser und Wirtshäuser zeugen vom früheren Wohlstand. Die Stadtmauer aus dem 17. Jahrhundert, einstiges Zeichen ihrer Bedeutung, wurde größtenteils abgetragen. Wanfrieds Rolle als Grenzstadt prägte auch das Wanfrieder Abkommen von 1945, das die Zonengrenze neu festlegte. Die Stadt ist zudem bekannt für ihre protestantische Tradition und die kleine katholische Gemeinde, die nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs.