Warendorf liegt im Norden von Nordrhein-Westfalen, eingebettet in die flache, abwechslungsreiche Landschaft des östlichen Münsterlands. Die Stadt wird von der Ems durchflossen, die hier die typische „Münsterländer Parklandschaft“ mit Feldern, Wiesen, kleinen Wäldchen und Wallhecken prägt. Im Umkreis von etwa 30 Kilometern finden sich mit Münster im Westen und Gütersloh im Osten zwei bedeutende Großstädte, während im Norden Osnabrück und im Süden Hamm liegen. Die Stadt ist von mehreren Nachbargemeinden umgeben, darunter Sassenberg im Norden und Telgte im Westen.
Die Wurzeln Warendorfs reichen bis in die Zeit vor dem 8. Jahrhundert zurück, als hier der sächsische Oberhof Warantharp entstand. Der Name leitet sich von „Dorf am Uferdamm“ ab und verweist auf die frühe Besiedlung an der Ems. Im ausgehenden 12. Jahrhundert wurde Warendorf zur Stadt erhoben, wobei Bischof Hermann II. von Katzenelnbogen eine maßgebliche Rolle spielte. Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Handelsplatz, besonders durch ihre Lage an alten Handelsrouten und den Leinenhandel. Doch Brände, Seuchen und die Wirren der Täuferbewegung setzten der Stadt zu, bis sie im 17. Jahrhundert zeitweise sogar ihre Stadtrechte verlor. Erst im 19. Jahrhundert begann mit der Gründung des Westfälischen Landgestüts und dem Anschluss an die Eisenbahn ein neuer Aufschwung.
Heute ist Warendorf vor allem als „Stadt des Pferdes“ bekannt, in der bedeutende Institutionen wie das Nordrhein-Westfälische Landgestüt und das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei ihren Sitz haben. Historisch geprägt wird das Stadtbild von den beiden Pfarrkirchen St. Laurentius und St. Marien, die auf die frühe Stadtwerdung zurückgehen. Im ehemaligen Franziskanerkloster ist heute das Westpreußische Landesmuseum untergebracht, während die Affhüppenkapelle als Lapidarium diente. Die Stadt verbindet ländlichen Charme mit einer lebendigen Pferdekultur und bewahrt zugleich ihre historische Substanz.