Wisła liegt eingebettet in den Schlesischen Beskiden, wo der namensgebende Fluss Weichsel nur wenige Kilometer entfernt entspringt. Die Stadt erstreckt sich am Fuße markanter Berge wie der Barania Góra im Osten und des Stożek Wielki im Südwesten, deren Gipfel bis auf über 1200 Meter aufragen. Im Norden grenzt Wisła an Brenna und Ustroń, im Süden an Istebna, während im Westen Tschechien liegt. Das Ortszentrum befindet sich auf etwa 430 Metern Höhe, während die umliegenden Täler zwischen 300 und 600 Metern liegen. Der überwiegende Teil des Gemeindegebiets ist von Wäldern bedeckt, nur ein kleiner Teil wird landwirtschaftlich genutzt.
Die ersten Bewohner waren evangelische Glaubensflüchtlinge, Holzfäller und Walachen, die sich Anfang des 17. Jahrhunderts hier niederließen und von Waldwirtschaft und Schafzucht lebten. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1615 und betrifft Abgaben von Müllern an die Feudalherren in Cieszyn. Im 17. Jahrhundert wurde Wisła zum Sitz eines walachischen Woiwoden, doch nach der Übernahme durch die Habsburger wurde die erste evangelische Kirche abgerissen. Erst durch das Toleranzpatent von 1782 durfte wieder eine evangelische Kirche gebaut werden. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Wisła zu einem beliebten Kur- und Erholungsort, was durch den Bau von Villen und Pensionen sowie den Aufstieg auf die Barania Góra gefördert wurde.
Wisła ist heute vor allem als Wintersportzentrum und wegen seiner protestantischen Tradition bekannt. Die Stadt beherbergt das Beskidenmuseum und ist die einzige Stadt in Polen, in der die Mehrheit der Einwohner der evangelisch-augsburgischen Kirche angehört. Prägend sind auch die malerische Landschaft der Beskiden und die historischen Gebäude, darunter die Peter-und-Paul-Kirche. Jährlich finden kulturelle Veranstaltungen statt, die das lokale Brauchtum der Schlesischen Goralen bewahren. Die Umgebung lädt zu Wanderungen und im Winter zu Skiaktivitäten ein.