Wismar liegt an der Ostsee im Norden Mecklenburg-Vorpommerns, geschützt von der Insel Poel in der Wismarer Bucht. Die Stadt ist von kleineren Gewässern wie dem Mühlenteich und dem Viereggenhöfer Teich durchzogen, während der historische Wallensteingraben einst als Verbindung zum Schweriner See diente. Als sechstgrößte Stadt des Landes prägt sie den Landkreis Nordwestmecklenburg und ist bekannt für ihre mittelalterliche Altstadt, die gemeinsam mit Stralsund zum UNESCO-Welterbe gehört.
Die Stadt blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Erste Siedlungen entstanden nach dem Rückzug der Germanen, doch erst im 13. Jahrhundert entwickelte sich Wismar unter dem Fürsten Heinrich Borwin I. zu einer bedeutenden Handelsstadt. Als Mitglied der Hanse blühte sie im Spätmittelalter auf, beherbergte Klöster und Residenzen der mecklenburgischen Herzöge und wurde zu einem Zentrum des Handels und Handwerks. Nach dem Dreißigjährigen Krieg stand sie über 150 Jahre unter schwedischer Herrschaft, was noch heute beim jährlichen Schwedenfest gefeiert wird.
Heute ist Wismar vor allem für seine gut erhaltene Backsteingotik bekannt, darunter die Kirchen St. Marien und St. Georgen sowie die Alte Schule. Die Altstadt mit ihren engen Gassen zieht Touristen an, während der Hafen mit Werften und Industrieunternehmen wirtschaftliche Bedeutung hat. Die Hochschule und das Stammhaus der Warenhauskette Karstadt unterstreichen die Rolle der Stadt als Bildungs- und Handelszentrum.