Ybbsitz liegt eingebettet in der Eisenwurzen im Mostviertel, wo die Kleine Ybbs durch das Tal fließt und im Ort den Prollingbach aufnimmt. Der Prochenberg erhebt sich als markanter Hausberg südöstlich des Ortskerns, während der Waldanteil über die Hälfte des Gemeindegebiets prägt. Nahe Kleinprolling zieht die Wallfahrtsstätte Maria Seesal Besucher an.
Erstmals als „Ibsici“ erwähnt, geht der Name auf slawische Wurzeln zurück, was auf frühe Siedler hindeutet. Im 12. Jahrhundert gründete das Stift Seitenstetten eine Pfarre, um die sich ein Ort entwickelte, der 1480 das Marktrecht erhielt. Die Nähe zum steirischen Erzberg und die reichlich vorhandene Wasserkraft machten Ybbsitz zu einem Zentrum der Eisenverarbeitung, das im 16. Jahrhundert seinen Höhepunkt erreichte. Später wurden umliegende Gemeinden eingemeindet, darunter Haselgraben und Waldamt.
Das Schmiedehandwerk prägt bis heute das Bild der Gemeinde, die sich im Ring der Europäischen Schmiedestädte engagiert. Das Museum Haus FeRRUM und die historische Pfarrkirche zeugen von der montanhistorischen Vergangenheit. Einst stürzte am Prochenberg ein Meteorit nieder, und das Schmieden wurde sogar in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die traditionsreiche Metallverarbeitung lebt etwa in der Firma Riess Kelomat weiter, die seit Jahrhunderten Emailkochgeschirr herstellt.