Altötting liegt in Oberbayern, rund neunzig Kilometer östlich von München, und ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Die Stadt entstand auf einer breiten Schotterterrasse am Mörnbach, die durch die Schmelzwasser des Inn-Gletschers über Jahrtausende entstand. Drei Kilometer nördlich fließt der Inn, während zwei Kilometer südlich ein mächtiger Moränenschuttwall, die Kastler Höhen, den Übergang zur Landschaft markiert. Seit der Eingemeindung von Raitenhart gehört auch ein Stück des Inns mit etwa drei Kilometern Länge zum Stadtgebiet.
Die ersten Spuren einer Siedlung reichen bis in die Zeit der Urnenfelderkultur zurück, doch schon lange davor diente der Ort als möglicher Kultplatz. Kelten oder Germanen nutzten den quadratischen Kapellplatz mit seiner alten Linde als Versammlungsort oder Gerichtsstätte. Später wurde Altötting zur Pfalz der Agilolfinger und später der Karolinger, bevor es im 9. Jahrhundert zum Klosterstift wurde. Nach Zerstörungen durch die Ungarn im Jahr 907 und der Wiederherstellung durch die Wittelsbacher entwickelte sich der Ort zu einem bedeutenden Pilgerziel, besonders nach Berichten über Heilungswunder im späten 15. Jahrhundert.
Heute ist Altötting vor allem als Wallfahrtsort mit der berühmten Gnadenkapelle bekannt, in der das Bild der Schwarzen Muttergottes verehrt wird. Die gotische Stiftkirche und die Kapuzinerkirche zu Ehren des seligen Konrad von Parzham ziehen jährlich zahlreiche Pilger an. Papstbesuche, darunter von Johannes Paul II. und Benedikt XVI., unterstreichen die Bedeutung des Ortes. Ein Netz aus Pilgerwegen verbindet Altötting mit Salzburg, Passau und St. Wolfgang, während der Benediktweg an die Jugend des späteren Papstes erinnert. Die Stadt bewahrt zudem ein Mahnmal für die Opfer der „Bürgermorde“ von 1945, die sich gegen das NS-Regime stellten.