Arras liegt in der Region Hauts-de-France, eingebettet in die historische Landschaft Artois, wo die Flüsse Scarpe und Crinchon zusammenfließen. Etwa fünfzig Kilometer südwestlich von Lille gelegen, ist die Stadt Verwaltungssitz des Départements Pas-de-Calais.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Arras im Jahr, doch ihre Wurzeln reichen bis in die Zeit der Kelten zurück, als sie von den Atrebaten besiedelt war. Später zur römischen Garnisonsstadt Atrebatum ausgebaut, wechselte sie durch die Teilung des Frankenreichs den Besitzer. Jahrhundertelang gehörte sie zu Flandern oder den Spanischen Niederlanden, was sich noch heute im Stadtbild widerspiegelt. Als bedeutender Handelsplatz und Zentrum der Tapisserie-Herstellung prägte sie die Region wirtschaftlich. Durch den Pyrenäenfrieden fiel sie schließlich an Frankreich.
Die Stadt besticht durch ihre beiden zentralen Plätze, Grand’Place und Place des Héros, die von historischen Gebäuden umgeben sind. Dazu zählen das spätgotische Rathaus mit seinem Belfried, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, sowie die spätbarock-klassizistische Kathedrale. Die unterirdischen Boves, ein ausgedehntes Tunnelsystem aus dem zehnten Jahrhundert, dienten einst als Verbindungskeller und später als Schutzräume. Die von Vauban erbaute Zitadelle ist ebenfalls UNESCO-geschützt. Persönlichkeiten wie der Revolutionär Maximilien de Robespierre oder der Abenteurer Eugène François Vidocq prägten die Geschichte der Stadt.