Douai liegt in Nordfrankreich am Fluss Scarpe, etwa 200 Kilometer von Paris entfernt. Südlich von Lille gelegen, ist die Stadt Teil der Region Hauts-de-France und zählt zu Französisch-Flandern. Mit ihrer Lage im Kohlebecken prägte die Region lange den Steinkohlebergbau und die Industrie.
Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis in die Spätantike reicht. Auf dem Gebiet einer römischen Festung entstanden, entwickelte sie sich ab dem 9. Jahrhundert unter den Grafen von Flandern zu einem wichtigen Handelszentrum. Die Tuchindustrie machte sie im Mittelalter bekannt, und Ende des 12. Jahrhunderts erhielt sie Stadtrecht. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte Douai mehrfach die Herrschaft, darunter zwischen Frankreich, Burgund, Spanien und schließlich dauerhaft zu Frankreich. Die Stadt war Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen, darunter Belagerungen im Spanischen Erbfolgekrieg und im Ersten Weltkrieg.
Douai ist bekannt für seinen historischen Belfried, der seit 2005 zum UNESCO-Welterbe gehört und mit einem der größten Carillons Europas aufwartet. Das städtische Kunstmuseum im ehemaligen Kartäuserkloster zeigt bedeutende Werke. Ein weiteres Highlight sind die Fêtes de Gayant, bei denen riesige Figuren durch die Stadt ziehen und seit 2005 zum immateriellen Kulturerbe zählen. Die Stadt war zudem Heimat namhafter Persönlichkeiten wie des Bildhauers Giambologna und der Dichterin Marceline Desbordes-Valmore.