Bernhardsthal liegt im Nordosten Niederösterreichs, im Weinviertel, direkt an der Thaya und nahe der tschechischen Grenze. Die Gemeinde erstreckt sich über etwa 52 Quadratkilometer, wobei nur ein kleiner Teil bewaldet ist. Der Ort gilt als der am weitesten vom Meer entfernte Punkt Österreichs. Drei Ortsteile bilden die Gemeinde: Bernhardsthal selbst, Katzelsdorf und Reintal.
Frühe Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, darunter Funde aus der Lengyelkultur und bronzezeitliche Gräberfelder. Später entstand hier eine germanische Siedlung, die von einem römischen Marschlager durchzogen war. Im Mittelalter wurde der Ort erstmals 1171 urkundlich erwähnt, doch bereits um 1200 entstand die romanische Kirche mit späterem gotischem Chor. Im 14. Jahrhundert erhielt Bernhardsthal das Marktrecht, doch Kriege und Besitzwechsel prägten die folgenden Jahrhunderte. Nach der Reformation und den Wirren des Dreißigjährigen Krieges entwickelte sich der Ort langsam, bis die Eisenbahn 1839 eine neue wirtschaftliche Ära einläutete.
Heute ist Bernhardsthal vor allem durch seine Lage an der ehemaligen Sprachgrenze zwischen Deutsch und Slowakisch geprägt. Die Gemeinde bewahrt Zeugnisse ihrer bewegten Geschichte, darunter die Kirche mit romanischem Schiff und gotischem Chor. Wirtschaftlich spielte lange die Landwirtschaft eine Rolle, später der Eisenbahnbau und schließlich die Erdöl- und Erdgasförderung. Nach der Gemeindereform 1971 vereint Bernhardsthal heute drei Ortsteile und bietet mit Sportanlagen, einem Heimatmuseum und einer gut ausgebauten Infrastruktur ein lebendiges Ortsbild.