Bollschweil liegt im Hexental, eingebettet zwischen dem Schönbergmassiv und dem Schwarzwald, etwa zehn Kilometer südlich von Freiburg. Der Ort erstreckt sich über die Vorbergzone und reicht bis in den Schwarzwald hinein, wo der Ortsteil St. Ulrich vollständig im Gebirge liegt. Die Gemarkung umfasst mehrere Dörfer, Weiler und Gehöfte wie Oberdorf, Unterdorf und Aubach, dazu gehört auch die Ruine Birchiburg.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Bollschweil im Jahr 838 als Puabilinisvilare. Seine Entwicklung war lange mit der Adelsfamilie Snewlin-Bernlapp verbunden, die hier ein Schloss besaß. Nach deren Aussterben ging der Besitz an die Freiherren von Holzing-Berstett über, die das Schloss noch heute bewohnen. Im Mittelalter spielte ein Nonnenkloster eine Rolle, das später nach Sölden verlegt wurde. Für kurze Zeit wurde im 20. Jahrhundert Eisenerz abgebaut, doch der Bergbau endete bald wieder.
Das Schloss aus dem 18. Jahrhundert prägt das Ortsbild, ebenso die Pfarrkirche St. Hilarius im Weinbrenner-Stil. In St. Ulrich steht eine ehemalige Prioratskirche mit einem romanischen Taufbecken. Der historische Bettlerpfad führt durch die Gemeinde und verbindet Freiburg mit Badenweiler. Bekannt ist Bollschweil auch durch Persönlichkeiten wie die Schriftstellerin Marie Luise Kaschnitz, die hier ihre Wurzeln hatte und begraben liegt.