Brannenburg liegt im oberbayerischen Landkreis Rosenheim, eingebettet am nördlichen Alpenrand im Inntal auf etwa 509 Metern Höhe. Nur wenige Kilometer nördlich verläuft die Grenze zu Österreich, während sich im Süden die markanten Gipfel von Hochsalwand und Riesenkopf erheben. Die Gemeinde ist ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge: Die Wendelsteinbahn bringt Besucher auf den namensgebenden Wendelstein, und die mautpflichtige Tatzelwurmstraße führt mit ihrem Wasserfall Tatzelwurm nach Bayrischzell. Mit dem Auto ist Brannenburg rund 15 Kilometer von Rosenheim, 22 von Kufstein und etwa 70 von München entfernt.
Erstmals urkundlich erwähnt wird Brannenburg zwischen dem späten 10. und frühen 11. Jahrhundert, der Name verweist auf eine frühere Brandrodung für eine Ansiedlung. Lange Zeit war der Ort eng mit Schloss und Hofmark Brannenburg verbunden, bis im 19. Jahrhundert die politische Gemeinde entstand. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich Brannenburg zu einem Anziehungspunkt für Künstler wie Carl Spitzweg und Wilhelm Busch. Ein prägendes Ereignis war 1851 ein schwerer Bergrutsch, der mehrere Häuser zerstörte, während die Eröffnung der Eisenbahn 1858 die Anbindung verbesserte.
Besonders bekannt ist Brannenburg für die Wallfahrtskirche St. Maria Magdalena auf der Biber, einem Nagelfluh-Felsen mit barocker Kirche und einzigartigem Kreuzweg. Das Naturdenkmal selbst entstand während der letzten Eiszeit und diente jahrhundertelang als Steinbruch für Bauwerke wie die Münchner Frauenkirche. Jährlich feiert die Gemeinde das Magdalenenfest mit einem Festplatz unterhalb der Kirche. Die ehemalige Karfreit-Kaserne prägte lange das Bild Degerndorfs, heute wird das Gelände zivil genutzt. Die Gemeinde verbindet alpine Landschaft mit kultureller Tradition und moderner Infrastruktur.