Brest liegt an der äußersten Westspitze der Bretagne, geschützt in einer tief ins Land ragenden Bucht des Atlantiks. Der natürliche Hafen an der Mündung des Penfeld macht die Stadt seit Jahrhunderten zu einem wichtigen Marinestandort. Als größte Stadt der westlichen Bretagne ist sie ein bedeutender Industrie- und Handelsplatz und beherbergt mehrere Hochschulen, darunter die Universität der Westbretagne.
Die Stadt blickt auf eine lange militärische und maritime Geschichte zurück. Schon die Römer unterhielten hier einen befestigten Stützpunkt, später wurde Brest durch britische Einwanderer geprägt und wechselte mehrfach zwischen englischer und französischer Herrschaft. Im 17. Jahrhundert machte Kardinal Richelieu den Ort zum Marinehafen, Vauban verstärkte die Festung. Ein prägendes Ereignis war der Empfang einer siamesischen Delegation 1686, an den noch heute die Rue de Siam erinnert. Im 18. Jahrhundert entstand hier eine Marineakademie, und das Zuchthaus spielte eine zentrale Rolle im städtischen Leben. Im Zweiten Weltkrieg wurde Brest als Teil des Atlantikwalls schwer zerstört und später modern wiederaufgebaut.
Heute ist Brest vor allem als Marinestützpunkt und Bildungszentrum bekannt. Die Brester Festung über dem Hafen beherbergt ein Marinemuseum, während Océanopolis als Erlebnispark die Welt der Ozeane zeigt. Die Stadt verbindet maritime Tradition mit moderner Forschung und prägt das kulturelle Leben der Region.