Brünn liegt im Südosten Tschechiens, eingebettet in die hügelige Landschaft der Böhmisch-Mährischen Höhe. Die Stadt wird von zwei Flüssen durchzogen: Die Svratka und die Svitava, die kurz vor der südlichen Stadtgrenze ineinanderfließen. Im Nordwesten staut sich die Svratka zu einem großen See, der als Naherholungsgebiet dient. Das Stadtgebiet erstreckt sich auf Höhen zwischen 190 und 479 Metern, wobei der Kopeček im Westen den höchsten Punkt markiert.
Die Wurzeln Brünns reichen bis in frühgeschichtliche Zeiten zurück, als hier vermutlich die Siedlung Eburodunum existierte. Im 11. Jahrhundert entstand eine Burg, die der späteren Stadt den Namen gab. 1091 wurde Brünn erstmals urkundlich erwähnt, und 1243 verlieh König Wenzel I. der Siedlung Stadtrechte. Die Festung Špilberk prägte die Stadtgeschichte, ebenso wie die Rolle als Residenz der mährischen Markgrafen ab 1349. Im 17. Jahrhundert löste Brünn Olmütz als Hauptstadt Mährens ab und wurde zum politischen Zentrum der Region.
Heute ist Brünn eine Stadt der Gegensätze und Highlights. Die Silhouette wird von der mittelalterlichen Festung Špilberk und der neugotischen Kathedrale St. Peter und Paul dominiert. Die Villa Tugendhat, ein Meisterwerk der Moderne, gehört zum UNESCO-Welterbe. Als Sitz höchster Gerichte und Bildungsinstitutionen ist Brünn ein zentraler Ort der tschechischen Justiz und Wissenschaft. Die Stadt pflegt eine lebendige Messetradition, die bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreicht, und beherbergt mit dem Automotodrom Brno eine der bekanntesten Motorsportstrecken des Landes.