Bürs liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, eingebettet in die Vorarlberger Alpen. Auf 555 bis 2643 Metern Höhe erstreckt sich das Gemeindegebiet über fast 25 Quadratkilometer, wobei Wälder und alpine Zonen den Großteil ausmachen. Im Westen öffnet sich das Brandnertal, wo die Bürser Schlucht mit ihren eiszeitlichen Spuren wie Konglomeratfelsen und Moränen Besucher anzieht. Die Gemeinde zählt rund 3400 Einwohner und gehört zum Bezirk Bludenz.
Erste Spuren einer Besiedlung finden sich bereits im frühen 9. Jahrhundert, als ein Ort namens „Puire“ mit Kirche erwähnt wurde. Im Mittelalter prägte der Eisenbergbau das Bild, während zwei Burgen – die Feste Bürs und die Burg Holenegg – die Landschaft überragten. Nach der Trennung von Bludenz wurde Bürs 1548 eigenständig, verlor aber später Teile seines Gebiets an die heutigen Nachbargemeinden Bürserberg und Brand. Hochwasser und Murenabgänge forderten immer wieder ihren Tribut, bis Schutzbauten und Verbauungen im 20. Jahrhundert die Gefahr minderten.
Die Gemeinde besticht durch ihre Mischung aus Industriekultur und alpiner Idylle. Die Spinnerei Getzner, ein sechsgeschossiger Industriebau aus dem 19. Jahrhundert, beherbergte einst eine bedeutende Textilfabrik und ist heute ein denkmalgeschütztes Gewerbeareal. Die Pfarrkirche St. Martin zeigt eine bewegte Baugeschichte vom gotischen Chor bis zum barocken Umbau, während die Friedenskirche als modernes Wahrzeichen im Westen des Ortes steht. Nicht zuletzt verbindet die historische Hochspannungsleitung, die in Bürs beginnt, den Ort mit der Energieversorgung der Region.