Thüringen liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz. Am Ausgang des Großen Walsertals breitet sich die Gemeinde auf der nördlichen Talseite des Walgau aus. Im Süden grenzt sie an Ludesch, während sich im Norden bewaldete Höhen erheben, deren höchster Punkt der Tschanesakopf auf rund 850 Meter ist. Der zentrale Dorfplatz befindet sich auf etwa 550 Metern Höhe, und die Grenze zu Thüringerberg verläuft teilweise über 800 Meter. Die Fläche der Gemeinde beträgt 5,67 Quadratkilometer, wovon etwa 38 Prozent landwirtschaftlich genutzt und 42 Prozent bewaldet sind.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Thüringen im Jahr 842 als „Turingos cum ecclesia“, also als Ort mit einer Kirche. Bis 1848 bildete es mit Bludesch eine gemeinsame Einheit. Die heutige Pfarrkirche St. Stephan entstand zwischen 1712 und 1714. Im 13. Jahrhundert entstand unter den Montforter Grafen die Veste Blumenegg, die jedoch nach einem Bauernaufstand zerstört und später durch Brände endgültig verloren ging. Im 17. Jahrhundert ging die Herrschaft Blumenegg an die Reichsabtei Weingarten, was für die Bewohner sowohl geordnetere Verwaltung als auch höhere Steuern brachte. Nach der Aufhebung des Klosters 1802 gelangte der Ort schließlich unter habsburgische Herrschaft.
Was Thüringen ausmacht, ist vor allem seine historische Villa Falkenhorst, die 1836/37 vom Textilfabrikanten John Douglass im Stil englischer Landhäuser erbaut wurde. Die Gemeinde bewahrt zudem Naturdenkmäler wie den Montjola-Wasserfall und die umliegenden Weiher. Wirtschaftlich geprägt ist der Ort durch metallverarbeitende Industrie, Teppichweberei und Holzverarbeitung. Kulturell bietet Thüringen mit dem „Blumenegger Sommer“ ein jährliches Fest und beherbergt eine Volksschule mit musikalischem Schwerpunkt sowie eine Neue Mittelschule.