Carnota liegt an der galicischen Atlantikküste, wo sich eine weitläufige Küstenlandschaft mit langen Sandstränden und sanften Dünen erstreckt. Die Gemeinde beherbergt den längsten Strand der Region, der sich wie ein Halbmond um eine Lagune schmiegt. Im Hinterland wechseln sich fruchtbare Ebenen mit bewaldeten Hügeln ab, während im Norden ein Bach in den Ozean mündet.
Die Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Vorgeschichte zurück, wie Petroglyphen und die Überreste keltischer Castros belegen. In der Antike nutzten Phönizier und Römer die Küste für Handel und Bergbau, etwa durch den Abbau von Zinn. Später prägten Fischerei und Landwirtschaft das Leben der Bewohner, während die Region durch ihre abgelegene Lage lange Zeit wenig von größeren historischen Umbrüchen betroffen war.
Heute ist Carnota vor allem für seinen monumentalen Hórreo bekannt, ein über 30 Meter langes Kornspeichergebäude aus Granit. Die klassizistische Pfarrkirche und die schlichte Kapelle San Gregorio ergänzen das kulturelle Erbe. Die Natur lockt mit artenreichen Feuchtgebieten und einsamen Stränden, die von Piraten und Normannen einst als Ankerplätze genutzt wurden. Traditionelle Feste wie der wild gefeierte Karneval oder die Sommersonnenwende mit Wasserritualen spiegeln den lebendigen Gemeinschaftssinn wider.