Cassis liegt an der französischen Mittelmeerküste, etwa zwanzig Kilometer östlich von Marseille. Die Gemeinde ist bekannt für ihre markanten Kalksteinfelsen, die sich entlang der Küste erheben und zum Teil zu den höchsten Steilküsten Europas zählen. Im Landesinneren prägen Weinberge und mediterrane Macchia das Bild, während der höchste Punkt der Gemarkung, der Mont Gibaou, fast vierhundert Meter erreicht.
Erstmals als römischer Hafen *Carcisis portus* erwähnt, geht der Name auf ältere Wurzeln zurück, die auf Fels oder Stein verweisen. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einem wichtigen Handelsplatz, bevor der Weinbau im 19. Jahrhundert neue Bedeutung erlangte. Die malerische Lage zog schon früh Künstler und Schriftsteller an, die das Licht und die Landschaft der Provence feierten.
Heute lebt Cassis vor allem vom Tourismus, der von der Nähe zu Marseille und den spektakulären Calanques profitiert. Die weißen Weine der Region genießen ebenso Ruf wie die atemberaubenden Ausblicke vom Cap Canaille oder der Route des Crêtes. Ein provenzalisches Sprichwort rühmt den Ort als unverzichtbaren Gegenpol zu Paris – wer Cassis nicht gesehen habe, habe nichts gesehen.