Děčín liegt im Norden Tschechiens an der Elbe, wo der Fluss aus dem Böhmischen Mittelgebirge kommend in die Böhmische Schweiz übergeht. Die Stadt breitet sich in einem Talkessel aus, in den von Osten die Ploučnice und von Westen der Jílovský potok münden. Mit etwa 135 Metern über dem Meeresspiegel ist sie die tiefstgelegene Stadt des Landes, doch einige eingemeindete Ortsteile wie Maxičky erheben sich bereits in die höheren Lagen der umgebenden Gebirge. Im Westen grenzt das Stadtgebiet an Sachsen, und der wichtigste Eisenbahn-Grenzübergang zwischen Deutschland und Tschechien verbindet Děčín mit dem deutschen Schienennetz.
Die ersten Spuren einer Besiedlung reichen bis in die Bronzezeit zurück, doch die eigentliche Geschichte der Stadt beginnt mit einer hölzernen Burg der Přemysliden am heutigen Schlossstandort. Um 993 wurde erstmals ein Handelsort erwähnt, der von einer wichtigen Elbfurt und einem Handelsweg profitierte. Im 13. Jahrhundert entstand eine steinerne Burg, und König Ottokar II. gründete südlich davon eine neue Stadt, nachdem eine ältere Siedlung durch Hochwasser zerstört worden war. Die Herren von Wartenberg verlegten die Stadt später nach Norden, wo sie sich zu einem Zentrum mit Zunftwesen und Stadtrechten entwickelte. Im 16. Jahrhundert übernahmen die von Bünau die Herrschaft und trieben Handel mit Holz, Schafzucht und Obstbau voran, bis der Dreißigjährige Krieg die Stadt verwüstete.
Heute prägen historische Bauwerke und moderne Infrastruktur das Bild der Stadt. Das Schloss Tetschen, einst Sitz der Adelsfamilien, thront über der Elbe, während die links der Elbe gelegene ehemalige Stadt Bodenbach mit ihrer Jugendstilarchitektur und der erhaltenen Synagoge an die wirtschaftliche Blütezeit erinnert. Die Schäferwand und die Kaiseraussicht bieten Ausblicke in die umliegenden Gebirge, und der Grenzübergang macht Děčín zu einem wichtigen Knotenpunkt im europäischen Verkehr. Die Stadt verbindet damit ihre historische Bedeutung als Handelsplatz mit ihrer heutigen Rolle als Tor zwischen Tschechien und Deutschland.