Ermatingen liegt im Schweizer Kanton Thurgau am Südufer des Untersees, einem Teil des Bodensees gegenüber der Insel Reichenau. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Ermatingen und Triboltingen und erstreckt sich vom Seeufer bis zum Seerücken. Der tiefste Punkt liegt am See auf etwa 396 Metern, der höchste auf dem Seerücken an der Südgrenze auf 613 Metern.
Der Name geht auf alemannische Siedler zurück und bedeutet „bei den Leuten des Eburmuot“. Erstmals erwähnt wird der Ort 724 in einer Urkunde des Klosters Reichenau, das hier über Jahrhunderte Grundherr und Gerichtsherr war. Nach Bränden im Schwabenkrieg und der Übernahme durch Konstanz entwickelte sich Ermatingen zu einem Marktflecken mit eigenem Rat und Privilegien. Die Fischerei, der Anbau von Obst und Wein sowie später der Fremdenverkehr prägten das wirtschaftliche Leben.
Heute ist Ermatingen vor allem als Ausbildungsort bekannt, etwa durch das UBS-Ausbildungszentrum Schloss Wolfsberg und das Unternehmerforum Lilienberg. Die Dorfkirche wird seit 1546 paritätisch genutzt, doch das konfessionelle Miteinander war lange von Spannungen geprägt. Ein Wahrzeichen ist der Graue Stein, der größte Findling im Thurgau, der vom Rheingletscher hierher getragen wurde.