Ettenheim liegt am Rand der Rheinebene, wo sich diese zum Schwarzwald hin erhebt, und ist damit die südlichste Stadt dieses Teils des Ortenaukreises. Durch die Stadt fließt der Ettenbach, der ihr den Namen gibt. Im Norden grenzt sie an Kippenheim, im Westen an Kappel-Grafenhausen, und im Süden liegen Ringsheim und Herbolzheim. Ettenheim ist umgeben von den Ausläufern des Schwarzwalds und dem größten Freizeitpark Deutschlands, dem Europa-Park, der etwa acht Kilometer entfernt bei Rust liegt.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der Bronzezeit, doch die erste urkundliche Erwähnung Ettenheims findet sich im Verbrüderungsbuch des Klosters St. Gallen zwischen dem neunten und zehnten Jahrhundert. Der elsässische Herzog Ettiko II. oder sein Sohn Eddo, ein Straßburger Bischof, gelten als Gründer des Ortes. Ettenheim war lange Zeit eine Amtsstadt der Straßburger Bischöfe und erhielt im zwölften Jahrhundert das Marktrecht sowie später die Stadtrechte. Im fünfzehnten Jahrhundert erlebte die Stadt eine wirtschaftliche Blüte, doch das sechzehnte Jahrhundert brachte Unruhen, darunter den Bauernkrieg. Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt im barocken Stil wiederaufgebaut, was ihr bis heute ihr charakteristisches Ortsbild verleiht.
Ettenheim ist bekannt für sein barockes Stadtbild, das nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand und dessen Höhepunkt die Pfarrkirche St. Bartholomäus bildet. Besonders prägend war die Zeit des Kardinals Louis René Édouard de Rohan-Guéméné, der hier im Exil lebte und in der Stadt bestattet wurde. Die Stadt trägt seit 2022 den Namenszusatz Barockstadt. Ein weiteres historisches Ereignis war die Verhaftung des Herzogs von Enghien 1804, die europaweit Aufsehen erregte. Ettenheim ist zudem Heimat der traditionsreichen Seilerei Frey, die seit 1780 besteht. Der historische Stadtkern mit seinen barocken Gebäuden und die Erinnerung an die jüdische Gemeinde, die einst hier lebte, prägen das Bild der Stadt.