Finhaut liegt im oberen Teil des Vallée du Trient im französischsprachigen Wallis, durchflossen vom Trient, einem Nebenfluss der Rhône. Die Gemeinde grenzt im Westen an Frankreich, wo Bergspitzen wie die Pointe de la Finive und Le Cheval Blanc die Landschaft prägen. Im Osten erstreckt sich der Emosson-Talkessel mit dem Lac d’Emosson, während im Westen der Lac du Vieux Emosson durch eine Bogenstaumauer aufgestaut wird. Zu Finhaut gehören die Ortschaften Giétroz, Le Châtelard-Village und Le Châtelard-Frontière, die sich am Hang des Bel Oiseau oder entlang der Eau Noire verteilen.
Die erste Erwähnung der Region geht auf die Erschließung durch die Schweizerischen Bundesbahnen zurück, die für den Bau der Staumauern und Kraftwerke eine Bahnlinie von Martigny nach Chamonix eröffneten. Die Gemeinde entwickelte sich durch den Kraftwerksbau, der seit den 1920er-Jahren prägend für Finhaut wurde. Ein Gebietsaustausch mit Frankreich ermöglichte 1975 den Bau der Staumauer Emosson, die heute gemeinsam von der Schweiz und Frankreich genutzt wird.
Finhaut ist vor allem für seine touristischen Attraktionen bekannt, darunter die Bahnen zum Lac d’Emosson und die archäologische Fundstelle Vieux Emosson, wo versteinerte Reptilienfährten aus der Zeit vor den Dinosauriern entdeckt wurden. Die Kapelle Notre-Dame-des-neiges am Emosson-Staudamm und die Standseilbahn zum Wasserschloss des Kraftwerks zählen zu den Sehenswürdigkeiten. Die Gemeinde lebt vom Tourismus, der sich um die Seen und die Kraftwerksanlagen dreht.