Trient liegt im französischsprachigen Teil des Wallis, eingebettet im Vallée du Trient am Fusse des Mont-Blanc-Massivs. Das Dorf erstreckt sich entlang des Flüsschens Trient, das dem Trientgletscher entspringt und die Gemeinde von Finhaut im Nordwesten trennt. Im Südwesten grenzt es an Frankreich, wo die vergletscherte Aiguille du Tour die Landschaft prägt, während im Südosten die Aiguilles Dorées Orsières gegenüberstehen. Der Col de la Forclaz verbindet Trient mit Martigny im Nordosten.
Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich Trient zu einer eigenständigen Gemeinde. Ursprünglich war der Weiler Les Jeurs ein kleines Dorf, während Trient selbst noch als Maiensäss genutzt wurde. Kirchlich wurde es 1830 zum Rektorat und 1868 zur Pfarrei erhoben, bevor es sich 1893 vollständig von Martigny löste. Politisch trennte es sich 1900 von Martigny-Combe, nachdem die Bevölkerung in einer Abstimmung dafür gestimmt hatte. Die Schlacht bei Trient 1844 markierte einen Wendepunkt im Konflikt zwischen liberalen und konservativen Kräften im Wallis.
Trient war lange von der Viehwirtschaft geprägt, bis im 19. Jahrhundert die Eisgewinnung aus dem Gletscher hinzukam. Später erlebte der Ort durch den Tourismus einen Aufschwung. Heute lebt die Gemeinde vor allem von Wegpendlern. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das Infanteriewerk A 61 Fort Litroz und die Tête-Noire-Schlucht, die Besucher anziehen.